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Im Geschwindigkeitsrausch – Alle geltenden Limits im Blick

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Viele kennen diese Situation bereits: Alles ist bereit für den perfekten Roadtrip – das Bike ist bepackt, die Route gecheckt und der Tank voll und die Freude groß. Doch spätestens im nächsten Land angekommen, muss man sich oft die Frage stellen welche Höchstgeschwindigkeit auf dem aktuellen Straßenabschnitt eigentlich gilt oder mit welcher Geldstrafe man bei Überschreitung zu rechnen hat. Dabei kann das langersehnte Abenteuer rasch zum finanziellen Debakel werden, gerade wenn man mit einem Motorrad unterwegs ist und beim Anblick der neuen und oft eindrücklichen Umgebung unbemerkt in Gedanken schwelgt. Das ärgerliche dabei: Selbst wenn man ein Navigationsgerät sein eigen nennt welches die erlaubte Höchstgeschwindigkeit anzeigt, heißt das noch lange nicht, dass dieser Wert auch gilt. Es ist zwar äußerst selten, dass ein Land die eigenen Vorgaben ändert, allerdings gibt es zahlreiche zusätzliche Gebote die beachtet werden müssen – Gebote welche sich von Land zu Land teilweise deutlich unterscheiden.

Informiere dich also stets über die aktuell geltenden Bedingungen und vertraue nie blind auf dein Navi. Alles was du für den perfekten Roadtrip in Europa dazu wissen musst, erfährst du hier bei uns.

Need for speed... Oder doch nicht?

Zugegebenmaßen ist es ein hohes Gut die schönsten Straßen und Landschaften im Sitz eines Motorrades zu entdecken. Damit das auch so bleibt und man davon durch eine plötzliche Begegnung mit der Polizei nicht unnötig davon abgehalten wird, solltest du dich bereits im Vorfeld ausreichend mit den geltenden Bestimmungen vertraut machen.

Die meisten Länder regeln bzw. unterteilen die höchst zulässige Fahrgeschwindigkeit basierend auf den Streckenabschnitt (Autobahn/Schnellstraße, Landstraße und Ortsgebiet) auf dem du dich befindest. So weit, so gut. Dabei heben Länder eigene Maut- oder Autobahngebühren ein – und die Modelle können dabei stark variieren.

Beispielsweise richtet sich in Italien die Mautgebühren bzw. Autobahngebühren meist nach der tatsächlich zurückgelegten Strecke. Darüber hinaus existieren auch Autobahnabschnitte, für die ein bestimmter Pauschalbetrag zu zahlen ist. Und das kann oft teuer werden. Wer ohne Telepass (Autom. System zur Erhebnung bei Zu- und Abfahrt) fährt, muss bei der Autobahneinfahrt ein Ticket ziehen, dieses sorgfältig aufbewahren und bei der Ausfahrt wieder zur Berechnung der Straßengebühr vorweisen, um den fälligen Betrag dann per Kreditkarte, ViaCard oder Bargeld zu begleichen. Anders mit der Mautbox Telepass: Damit öffnet sich die Schranke an der Mautstation automatisch, sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausfahrt. Somit fahren Telepass-Nutzer nonstop durch die Mautstation, und das oft auf eigens für sie reservierten Fahrbahnen, die an den Staus in den übrigen Spuren vorbeiführen. Das geht oft deutlich rascher. Während Italien keine Flatrate anbietet und sich der Preis unter anderem aus einer jährlichen Gerätemiete (Mautbox) und der effektiven Nutzung errechnet, bieten zahlreiche europäische Länder einen Pauschalbetrag über einen gewissen Zeitraum an. Häufig kann dabei zwischen einer Tages-, Wochen- oder Jahresnutzung gewählt werden. Die Beträge welche von den Ländern eingehoben werden sind auf die verfügbaren Straßenkilometerabschnitte gerechnet, teilweise sehr unterschiedlich.

Dabei heben die folgenden europäischen Länder heben eine Maut- bzw. Autobahngebühren ein:

  • Tschechien
  • Österreich
  • Frankreich
  • Schweiz
  • Slowenien
  • Ungarn
  • Slowakei
  • Kroatien
  • Italien
  • Brenner
  • Spanien
  • Belgien
  • Portugal
  • Griechenland
  • Niederlande

Häufig ist man auf die Autobahn oder Schnellstraßen angewiesen wenn man möglichst rasch von A nach B kommen will – und das nicht selten zur Last der Fahrfreude. Nun aber zurück zu den Straßen die auch für uns Motorradfahrer interessant sind.

Andere Länder, andere Sitten?

Kurz gesagt: Ja.

Ein Faktor welcher das Fahrerlebnis eines Motorradfahrers deutlich schmälert ist selbstverständlich das Wetter. Zudem ist beispielsweise plötzlicher Regen ein ständiger Begleiter und zusätzlicher Risikofaktor einer ausgedehnten und gegebenenfalls länderübergreifenden Tour. Häufig wird dabei aber außer Blick gelassen, dass sich die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten im Falle von Regen in manchen Ländern deutlich von dem regulären Limit unterscheiden. Beispielsweise reduziert sich das erlaubte Limit auf französischen und italienischen Autobahnen erheblich – nämlich von 130 km/h auf 110 km/h. Häufig sind auch Tempolimit in Unterführungen und Tunnels der Fall: Österreich reduziert hier beispielsweise auf 100 km/h, eine Regelung die in Italien bis auf ein paar Ausnahmen nicht anzutreffen ist. Selbst bei guter Witterung ist es in Frankreich neuerdings (seit 1. Juli 2018) Gesetz, dass die Geschwindigkeit auf Landstraßen 80 km/h nicht übersteigt. Lediglich auf zweispurigen Landstraße mit befestigter Trennung wie einer Leitplanke, darf das Fahrzeug mit 90 km/h bewegt werden. Wer kann das schon wissen?

Ebenfalls zu beachten ist die Tatsache, dass junge Fahrer mit einer Fahrerfahrung von weniger als 3 Jahren in den Ländern Frankreich, Italien und Kroatien ihre Geschwindigkeit teils erheblich anpassen müssen. In Italien gilt in den ersten drei Jahren nach Führerscheinerwerb auf Autobahnen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf Autobahnen und 90 km/h auf Schnellstraßen. Junge Fahrer aufgepasst: In Kroatien dürfen junge Fahrer bis zum Alter von 24 Jahren auf Autobahnen nur 120 km/h, auf Schnellstraßen 100 km/h und Außerorts 80 km/h fahren. Auch nicht schlecht.

Beachte dabei auch die jeweils geltenden Bestimmungen falls du mit einem Beiwagengespann oder Motorradhänger unterwegs bist. Letztere dürfen in Deutschland auf der Autobahn beispielsweise lediglich mit 60 km/h bewegt werden.

Eine Zusammenfassung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten (Stand 2019) auf den unterschiedlichen Straßenabschnitten in Europa findest du hier:

LandAutobahnSchnellstraßeAußerorts
Belgien120 km/h120 km/h90 km/h
Dänemark130 km/h80 km/h80 km/h
Frankreich130 km/h110 km/h80 km/h
Großbritannien112 km/h112 km/h96 km/h
Italien130 km/h110 km/h90 km/h
Irland120 km/h100 km/h80 km/h
Kroatien130 km/h110 km/h90 km/h
Luxemburg130 km/h90 km/h
Niederlande130 km/h100 km/h80 km/h
Norwegen100 km/h100 km/h80 km/h
Österreich130 km/h100 km/h100 km/h
Polen140 km/h100 km/h90 km/h
Portugal120 km/h100 km/h100 km/h
Schwedennach Beschilderungnach Beschilderungnach Beschilderung
Schweiz120 km/h100 km/h80 km/h
Slowakei130 km/h90 km/h
Slowenien130 km/h110 km/h90 km/h
Spanien120 km/h100 km/h90 km/h
Tschech. Republik130 km/h110 km/h90 km/h
Ungarn130 km/h110 km/h90 km/h

Welchen Kosten muss ich in die Reisekosten einkalkulieren?

Neben den klassischen Reisekosten wie jene für Treibstoff, Verpflegung und Nächtigung sowie den bereits angesprochenen Gebühren für die Nutzung der Autobahn sollte man sich auch über jene Mautgebühren informieren, welche speziell für Passstraßen oder abgelegenere Abschnitte eingehoben werden. In den meisten Fällen ist der Betrag vor Ort zu entrichten, es gibt aber auch die Möglichkeit diesen im Vorfeld in Form einer digitalen Streckenmaut wie es in Österreich der Fall ist, zu erwerben. Meist wird dabei die Nummerntafel deines Bikes an einem ausgewiesenen Terminal beim der Durchfahrt erfasst. Informiere dich daher bereits im Vorfeld über die geltenden Tarifbestimmungen. Häufig lohnt sich der Besuch oder die Fahrt über einen Pass und bieten dabei eine willkommene Abwechslung zum sonst eher tristen Kilometerfressen auf der Autobahn – um so mehr unter Optimalbedingungen.

Womit habe ich im Falle des Falles zu rechnen?

Auch wenn es gerade am Motorrad oft schnell geht: Augen auf bei Wahl der Fahrgeschwindigkeit, denn die Strafen für die Überschreitung der jeweils gültigen Geschwindigkeitsbegrenzungen unterscheiden sich in den verschiedenen europäischen Ländern mitunter drastisch und können mitunter bis zur Beschlagnahmung des eigenen Fahrzeuges führen. Die Tachonadel sollte man ja immer im Blick haben, egal, in welchem Land man unterwegs ist.

Tief in die Tasche greifen muss man beispielsweise im hohen Norden Europas, wie beispielsweise in Norwegen oder im autobegeisterten Schweden wenn man die Höchstgeschwindigkeit um 20 km/h überschreitet. Hier drohen Bußgelder ab 375€ bzw. 250€. Ebenfalls sehr kostspielig wird eine Überschreitung auch in Italien (ab 170€), in der Schweiz (ab 155€) und in Großbritannien (ab 115€). Verhältnismäßig günstig kommt man in Ländern wie Litauen ab ca. 12€ und Lettland ab 20€ davon.

Während es wie bereits erwähnt auf Schnellstraßen und Autobahnen sowie Außerorts durchaus Unterschiede gibt, ist das Tempolimit in Europa innerhalb von Städten und Gemeinden größtenteils gleich gestaltet. Ebenso wie in Österreich gilt in den meisten Staaten in Europa hier ein Tempolimit von 50 km/h und gelten dabei in Europa für alle Kfz-Klassen.

Wer mit 20 bzw. mehr als 50 km/h zu viel erwischt wird, muss mit folgenden Bußgeldern rechnen:

Land

20 km/h zu schnell

Mehr als 50 km/h zu schnell

Belgien

Ab 100 Euro

Ab 300 Euro

Bosnien und Herzegowina

Ab 50 Euro

Ab 200 Euro

Bulgarien

Ab 25 Euro

Ab 120 Euro

Dänemark

Ab 135 Euro

Ab 300 Euro

Deutschland

Bis 35 Euro

Ab 240 Euro

Estland

Bis 120 Euro

Bis 800 Euro

Finnland

200 Euro

Ab 14 Tagessätzen

Frankreich

Ab 135 Euro

1.500 Euro

Griechenland

100 Euro

350 Euro

Großbritannien

Ab 115 Euro

Bis 2850 Euro

Irland

Ab 80 Euro

Ab 80 Euro

Island

Ab 120 Euro

Ab 400 Euro

Italien

Ab 170 Euro

Ab 530 Euro

Kroatien

Ab 65 Euro

Ab 400 Euro

Lettland

Ab 20 Euro

Ab 240 Euro

Litauen

Ab 12 Euro

Ab 450 Euro

Luxemburg

Ab 50 Euro

Ab 145 Euro

Malta

Ab 70 Euro

Ab 70 Euro

Mazedonien

Ab 20 Euro

Ab 300 Euro

Montenegro

Ab 40 Euro

Ab 100 Euro

Niederlande

Ab 165 Euro

Ab 660 Euro

Norwegen

Ab 375 Euro

Ab 900 Euro

Österreich

Ab 30 Euro

Bis 2.180 Euro

Polen

Ab 25 Euro

Ab 120 Euro

Portugal

Ab 60 Euro

Ab 120 Euro

Rumänien

Ab 60 Euro

Ab 280 Euro

Schweden

Ab 250 Euro

Ab 420 Euro

Schweiz

Ab 155 Euro

Ab 60 Tagessätzen

Serbien

Ab 25 Euro

Ab 50 Euro

Slowakei

Ab 35 Euro

Ab 350 Euro

Slowenien

Ab 80 Euro

Ab 500 Euro

Spanien

Ab 100 Euro

Ab 600 Euro

Tschechien

Ab 40 Euro

Ab 195 Euro

Türkei

Ab 50 Euro

Ab 100 Euro

Ungarn

Bis 95 Euro

Ab 195 Euro

Zypern

Ab 35 Euro

Ab 85 Euro

Was muss ich sonst noch mitführen?

Viele sind der Meinung als Motorradfahrer genügt es auch im Ausland die gleichen Gegenstände wie einem verbandszeug mitführen zu müssen wie auch im Inland – weit gefehlt.

Hier erfährst du wofür du noch etwas Platz in deinem Reisegepäck einkalkulieren solltest:

  • Verbandszeug

In Albanien, Montenegro, Österreich, Russland, Serbien, Slowenien, Slowakei, Tschechien, in der Ukraine und Ungarn muss der Motorradfahrer Verbandszeug an Bord haben. In Lettland nur dann, wenn das Motorrad einen Beiwagen hat.

  • Warnweste Mitführpflicht

Frankreich, Litauen, Luxemburg, Slowakei, Slowenien, Spanien, Ungarn.

  • Warnweste Tragepflicht

In Belgien, Bosnien/Herzegowina, Bulgarien, Frankreich, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Montenegro, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn muss man eine Warnweste tragen, wenn man im Falle einer Panne oder eines Unfalls vom Motorrad steigt. In Finnland gilt die Tragepflicht auch für Beifahrer, eine Mitführpflicht besteht allerdings nicht.

  • Warndreieck

In Dänemark, Finnland, Island, Russland, Schweden sowie in der Ukraine und auf Malta gehört ein Warndreieck zur verpflichtenden Grundausstattung für alle Motorradfahrer. In Ungarn muss dieses lediglich bei einem Motorrad mit Beiwagen an Bord sein.

  • Ersatzlampen

In Frankreich und Kroatien müssen Ersatzlampen mitgeführt werden, sofern das Motorrad nicht über Xenon- oder LED-Leuchten verfügt.

  • Grüne Versicherungskarte

Die Mitnahme ist in Albanien, Bosnien/Herzegowina, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Montenegro (Eine Gültigkeit für Montenegro muss auf der Karte aufgeführt sein), Rumänien und in der Ukraine übrigens Pflicht.

  • Handschuhpflicht

Kaum zu glauben: Lediglich in Frankreich gilt für Motorradfahrer und Beifahrer Handschuhpflicht mit einer CE-Norm und entsprechendem CE-Zeichen wie man es auch von Helmen kennt.

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Der Motorradhelm – Ein kleines FAQ

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Der Motorradhelm

Ein kleines FAQ

Ein Helm stellt die wichtigste Sicherheitsausrüstung dar, wenn es um Schutzausrüstung für Motorradfahrer geht, denn er schützt nicht nur Ihren Kopf und reduziert Verletzungen, sondern verbessert auch dein Fahrerlebnis. Er hält dich trocken und schützt vor Schmutz und Insekten. Dieser Ausrüstungsgegenstand ist dein wichtigstes Tool – wähle ihn also mit Bedacht aus. 


Leider ist es nicht gerade einfach, schnell den perfekt sitzenden Helm zu finden, da es um mehr geht als nur um die Auswahl zwischen der Größe und Farbe. Durch die zahlreichen verschiedenen Marken und Systeme fällt es einem oft nicht leicht das Richtige zu finden – insbesondere bei der enormen Auswahl die online verfügbar ist. Gerade ein passgenaues Modell zu finden ist ein wichtiger Punkt, wodurch man auf jeden Fall den Helm ausprobieren und sich in einem Geschäft beraten lassen soll. Verlassen dich daher NIEMALS blind auf die Meinung eines Freundes, was gut ist oder was dem Trend entspricht. Bei der Auswahl des richtigen Helms geht es NUR um dich und deinen Kopf.

Was zeichnet einen guten Helm aus?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, woraus ein Helm tatsächlich besteht und wie er aufgebaut ist. Grundsätzlich besteht jeder Helm aus vier Hauptkomponenten: der Außenhülle, dem stoßdämpfenden Innenschuh, der Komfortpolsterung und dem Rückhaltesystem.
Während die Außenhülle meist aus faserverstärkten Verbundwerkstoffen oder Thermoplasten verwendet um die Aufprallenergie zu verteilen, absorbiert der Aufprallschutz den Stoß mithilfe einer dichten kissenartigen Schicht. Wie der Name bereits andeutet, sollten man sich in der Komfortpolsterung wohl fühlen, während das Rückhaltesystem dafür verantwortlich ist, dass der Helm bei einem Unfall auf dem Kopf bleibt. Eine Glasfaserschale ist die erste Wahl für einen hochfesten und leichten Helm, wohin gehend Kohlefasermaterial auch sehr leicht und eine beliebte Wahl für Rennfahrer ist.

Worauf soll ich noch achten?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass du einen zertifizierten Helm kaufst welche den Sicherheitsstandards und -bestimmungen entspricht. In Europa müssen alle Motorradhelme die Mindestsicherheitsanforderungen für die europäische Norm ECE 22.05 erfüllen, die sowohl den Helm als auch das Visier abdeckt. ECE steht dabei für Economic Community of Europe, 22 für die Zahl der Prüfvorschrift und 05 gibt Information über das Jahr der (Gesetzes)änderung. Stelle also sicher, dass der Helm auch zu 100% für die Straße zugelassen ist.

Welches Modell sollte ich kaufen?

Die direkteste Antwort lautet: Einen Helm, der am besten zu dir passt. Dieser Rat ist von entscheidender Bedeutung, da selbst der sicherste Helm auf dem Markt einen Fahrer oder eine Fahrerin nicht ausreichend schützen kann, wenn er zu locker oder zu eng ist. Aus diesem Grund sollten man das Modell vor dem Kauf stets anprobieren bevor man es kaufen.

Wie ermittle ich die passende Helmgröße?

Das wichtigste oder entscheidende Maß ist dein Kopfumfang um deine Stirn, da die meisten Hersteller daran die Helmgröße anlehnen. Dieses grundlegende Maß gibt dir einen ersten Überblick darüber, wie der Helm zu deinem Kopf passt. Dennoch ist es nicht ungewöhnlich, dass die meisten Hersteller, Helme mit einem neutralen, ovalen oder runden (Innen)profil entwerfen. Während die grundlegende (äußere) Größe des Helms dem bereits erwähnten Schemagrößen folgt, kann die innere Passform einiger Helme häufig durch die Wangenpolster oder das Stirnfutter geändert werden.

Woran kann ich erkennen, dass der Helm tatsächlich passt?

Abgesehen davon, dass man sich von Anfang an wohl fühlen sollte, sollten die Wangen immer in Kontakt mit dem Helm bleiben auch wenn man den Kopf von einer Seite zur anderen dreht. Des Weiteren sollten die Pads zwar auf die Wangen drücken, allerdings nicht zu stark, dass man darauf beißt. Eine weitere, sehr wichtige Tatsache ist, dass der Helm unter keinen Umständen zu stark auf die Vorder- oder Oberseite deines Kopfes drücken darf. Dies wird oft vernachlässigt, kann aber während einer langen Ausfahrt sehr schmerzhaft werden und sogar starke Kopfschmerzen verursachen.

Welcher Helm passt am besten zu mir?

Wenn man einen fabrikneuen Helm ausprobt, sollte er zunächst festsitzen, da sich die Polsterung mit der Zeit zusammendrückt und der Helm dadurch ein mit der Zeit weniger fest sitzt. Es sollte jedoch niemals zu eng sein oder dir ein einengendes Gefühl geben. Komfort und Sicherheit sind gleichermaßen wichtig. Das bedeutet konkret, dass jeder Schutz den ein Helm bieten könnte, keinen Wert hat, wenn er unangenehm zum Tragen ist.

Welche Helmtypen gibt es?

Auf dem Markt sind hauptsächlich drei Helmkategorien erhältlich. Integralhelme, Jethelme und Klapphelme.
Ein Integralhelm bietet dir immer das höchstmögliche Maß an Sicherheit. Die meisten Modelle sind normalerweise mit einem beweglichen Visier ausgestattet, um deine Augen vor Außeneinwirkung zu schützen, was sie zum beliebtesten Helmtyp macht.
Sogenannte Jethelme stellen einen offenen Helmtyp dar und sind ähnlich wie Integralhelme aufgebaut, bieten jedoch keinen Gesichts- und Kinnschutz. Da sie einfacher handzuhaben sind (insbesondere mit Sonnenbrillen) und dich weniger einengen, sind sie unter Rollerfahrern und Cruisern sehr beliebter.
Zu guter Letzt gibt es noch die Gruppe der Klapphelme, welche einen gemischten Typ darstellen und sich mit der Zeit immer größerer beliebter erfreuen. Sie bieten ein hohes Maß an Sicherheit wie Vollvisiermodelle, sind aber auch komfortabler, vor allem wenn man einen kleinen Snack zu sich nehmen möchten.

Braucht ein neuer Helm eine Einlaufzeit?

Ja, alle neuen Helme benötigt eine kleine Einlaufzeit. Meistens hängt dies davon ab, wie oft und wie lange man fährt und ihn benutzt. Eine Faustregel liegt bei einer täglichen Anwendung bei 2-3 Wochen.

Wie oft sollte ich meinen Helm durch ein neues Modell ersetzen?

Wenn du dein Bike regelmäßig fährst, solltest du deinen Helm im Durchschnitt alle fünf Jahre austauschen. Nach einem Unfall solltest du deinen Helm sofort austauschen, egal wie stark der Anprall war, da eine leichte Verformung bereits die strukturelle Festigkeit des Helms beeinträchtigen kann.

Welche Faktoren sind ebenfalls zu berücksichtigen?

Es gibt viele Fragen, die man sich sich stellen sollten z. B. „Ist der Helm für Touren oder kürzere Fahrten geeignet?“, „Welcher Wettersituation werde ich ausgesetzt sein?“, „Werde ich auch nachts fahren?“, „Würde ein dunkles Visier für Sonnenschutz nützlich sein? ”.
Sicher ist es nicht einfach den Durchblick zu bewahren oder jede Frage mit einem konkreten Helmmodell beantworten zu können, aber es soll dir zumindest eine Vorstellung davon geben, wie du eine für dich geeignete Passform finden kannst. Für machen Fahrer oder Fahrerin kann die Hauptpriorität beispielsweise ein leiser und leichter Helm für lange Ausfahrten sein, manche jedoch benötigen eine Bluetooth-Verbindung zur gemeinsamen Kommunikation, falls Sie in einer Gruppe fahren. Denke bei der Farbwahl auch daran eine helle Farbe zu wählen, da diese bei starkem Verkehr leichter zu erkennen ist.
Hier sind einige Punkte, die ebenfalls zu beachten sind:

  • Gewicht (1,5 kg sind ein häufiger Durchschnitt)
  • Geräuschpegel
  • Austauschbares Innenmaterial (Passform und Hygiene)
  • Lüftungsschlitze zum Kühlen
  • Visierspezifikationen (Blendschutz, UV-Schutz, einfache Entfernung)

 

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Passt wie angegossen – Tipps zum Kauf der perfekten Motorradbekleidung

Passt wie angegossen

Tipps zum Kauf der perfekten Motorradbekleidung

Wenn man auf der Suche nach der perfekt sitzenden Schutzbekleidung ist, hat man die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Typen und Materialien wie klassischem Leder oder synthetischen Stoffen, welche – alle für sich – über ein hohes Maß an Schutz, nützlichen Funktionen und im Idealfall einer tollen Optik bieten. Oft fällt einem die Entscheidung nicht leicht, vor allem wenn man sich zum ersten Mal einkleidet und wenig Erfahrung mitbringt.

Eine ordentliche Lederjacke macht sich mit Sicherheit klasse auf einem coolen Cruiser oder sieht fetzig in Kombination mit einem sportlichen Bike aus, allerdings kann sich eine Jacke aus gut durchdachtem Synthetik-Material als Trumpf während einer langen Motorradtour über tausende Kilometer erweisen. Dabei sollte man stets auf einen hohen Tragekomfort achten, egal zu welchem Typ oder Material man greift. Wichtig dabei ist, dass nichts flattert oder dich die Bekleidung in deiner Bewegung einengt. Zusätzlich sind nützliche Funktionen wie Taschen, egal ob innen oder außen von großem Nutzen. Nimm dabei dein präferiertes Modell genauestens unter die Lupe.

Wenn es um das Thema Schutzausrüstung oder Motorradfahren im Allgemeinen geht, kommt man um das Thema Sicherheit und Schutz nicht herum. Klar, eine gute Jacke sollte einem wie angegossen passen und dabei auch noch gut aussehen, aber man sollte sich immer im Klaren sein, worauf es wirklich ankommt, wenn es hart auf hart kommt, nämlich den Schutz vor lebensbedrohlichen Verletzungen.

Worauf man achten sollte

Neben dem Thema Sicherheit gibt es noch zahlreiche Dinge auf die man bei der Anschaffung achten sollte. Also, worauf sollte man achten?

  • Belüftung – Es gibt nichts Schlimmeres als im eigenen Saft zu schwitzen. Falls du schon mal eine ausgedehnte Tour im Hochsommer gemacht hast und dich dabei (möglicherweise) morgens im Kleiderregal vergriffen hast, weißt du was gemeint ist. Achte dadurch beim Kauf darauf, ob die Schutzausrüstung auch über mehrere Möglichkeiten zur Belüftung bietet. Die meisten Modelle sind so ausgelegt, dass dich der Fahrtwind über verstellbare Öffnungen (Reißverschlüsse) entsprechend abkühlen kann. Das bedeutet ein individueller Kühleffekt ganz nach deinem Wunsch und herrschender Außentemperatur.
  • Taschen und Aufbewahrung – Da die Möglichkeit Gegenstände aufzubewahren beim Motorradfahren stark eingeschränkt ist, freut sich jeder über zusätzlichen Stauraum. Suche dabei nach Ausrüstung mit Taschen, die einen bestimmten Zweck haben. Viele Modelle bieten spezielle Taschen für Mobiltelefone (oft nahe am Körper, um eine einfache Erkennung zu ermöglichen) oder das Portemonnaie, denn: Das Sitzen auf einem Motorrad kann mit vollen Hosentaschen schnell unangenehm werden.
  • Sichtbarkeit – Die meisten Menschen die nach einer Lederjacke suchen, wählen ein schwarzes Modell. Denke dabei immer daran, wie gut du und Deine Ausrüstung für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar ist. Sicher, es ist schwierig eine neonfarbene Lederjacke zu finden, aber denke immer daran, dass es nützlich ist, mindestens einen Gegenstand zu besitzen, der wie eine superhelle Helmfarbe hervorsteht.
  • Schutz und Bedeckung – Wenn man bereits eine Begegnung mit einem Käfer oder (noch schlimmer) einer Biene während der Fahrt bei hoher Geschwindigkeit hatte, weiß man was hier gemeint ist: Stelle daher immer sicher, dass Kragen, Knöchel oder Handgelenke ausreichend bedeckt sind. Dieser (sprichwörtliche) Eindruck auf der Haut wird einem mit Sicherheit noch einige Zeit in Erinnerung bleiben. Achte dabei auch auf solide und ausreichend dimensionierte Abdeckungen oder Laschen über den Reißverschlüssen. Offene Verschlüsse sehen möglicherweise unscheinbar aus, sind aber beim Fahren möglicherweise ziemlich durchlässig.
  • Protektoren – Am wichtigsten ist, dass deine Ausrüstung in der Lage ist dich in einer kritischen Situation schützen zu können. In Europa ist es gesetzlich vorgeschrieben Schutzbekleidung zu verwenden, die mit einer CE-Kennzeichnung gekennzeichnet sind. Die USA haben diese Standards inoffiziell übernommen, sie sind jedoch für den Straßengebrauch nicht erforderlich. In Nordamerika ist Kleidung mit EC-Rating nur dann nötig, wenn man auf der Rennstrecke unterwegs ist. Am wichtigsten ist die Einteilung durch das CE-Level. (1 = geringerer Schutz, 2 = höherer Schutz) Während zahlreiche Modelle bereits über gut gepolsterte Bereiche (zb.: Schulter, Knie oder Hüfte) verfügen, bieten die meisten Jacken oder Hosen über eigene Taschen für entnehmbare Protektoren. Orientiere dich daher zu Beginn immer gleich über diese Levels und den damit verbundenen Protektoren, da es unsinnig ist, Geld für Protektoren zu verschwenden, die nicht in die dafür vorgesehenen Taschen passen.

Jacken

Grundsätzlich muss man sich entscheiden ob man ein ein- oder ein zweiteiliges Setup anstrebt das aus separaten Teilen wie Jacke und Hose besteht, oder ob man sich in einem Anzug wohler fühlt. Viele Anzüge werden als ein- und zweiteilige Sets geliefert, die (meist) das gleiche Maß an Schutz, Belüftung und Materialauswahl bieten wie eine Kombination aus Jacke und Hose. Im Wesentlichen bietet ein Anzug möglicherweise eine bessere Wasserdichtigkeit, während ein zweiteiliges Setup mehr Flexibilität und eine bessere Möglichkeit zum Abkühlen bietet, wenn Sie eine kurze Pause vom Fahren einlegen sollte. Beide Varianten sollten stets bequem passen, ohne sperrig zu sein oder die Mobilität einschränken, da es sehr wichtig ist, dass man sich während der Fahrt ausreichend bewegen und agil bleiben kann. Viele Modelle bieten spezielle Stretcheinsätze an Ellbogen, Knien oder um die Taille um die Flexibilität weiter zu verbessern und verwenden entweder Textil- / Denim-, Leder- oder Hybridmaterialien.

Hosen

Wenn man bereits eine passgenaue Jacke sein Eigen nennen kann, ist es wichtig, sich auch auf eine gute Hose verlassen zu können. Meistens ist die richtige Hose ein übersehenes Teil der Ausrüstung, da viele Leute denken, dass es ausreicht, dicke Jeans zu tragen. Unter Berücksichtigung des Schutzes bieten tatsächliche Motorradfahrhosen jedoch das bestmögliche Maß an Sicherheit im Falle eines Unfalls sowie andere Merkmale wie eine bessere Sichtbarkeit (was natürlich auch von Vorteil ist) und eine gute Belüftung. Genau wie Jacken, ergänzen sich Hosen in Bezug auf Material und verschiedene Stile. Während die meisten Textilhosen als zweite Schicht über Ihrer normalen Hose oder Shorts getragen werden können, verfügen viele Modelle auch über herausnehmbare Futter, um eine zusätzliche Wärmeschicht hinzuzufügen, oder (falls abnehmbar) eine kühlere Option für heiße Sommertage. Auf dem täglichen Weg vom oder zum Büro ist dies möglicherweise die beste Lösung.

Jeanshosen verwenden normalerweise verwobenes Gewebe (wie Kevlar) in anderen Materialien, um eine höhere Abriebfestigkeit zu gewährleisten. Darüber hinaus findet man in vielen Modellen gepolsterte Bereiche und Taschen für zusätzliche Rüstungen und Schutzvorrichtungen.

Bei Lederhosen stellen meistens den sportlicheren Stil dar, bei dem abrasive Knie-Pucks den Boden berühren können. Wer sich näher am Limit bewegt (oder vermehrt auf der Rennstrecke fährt), sollte diese Option auf jeden Fall wählen, da man dabei den maximalen Schutz für Knie, Hüften und den Allerwehrtesten erhält.

Weitere Tipps

Das Finden des perfekten Sets kann einige Zeit dauern, da man sich immer die Frage stellen muss, unter welchen Bedingungen man sie benutzen möchte, z. B. das Wetter, die Fahrdauer und natürlich den Motorradtyp. Leder eignet sich hervorragend zum Schutz, es kann jedoch während einer langen Fahrt immer weniger bequem werden. Textilien bieten hervorragenden Schutz, Sichtbarkeit und Belüftung, sind aber auch nicht für jeden Anlass die perfekte Hose. Man muss sich auch überlegen, ob man Kleidung darunter trägt, da diese bequem passen sollte. Die Hose sollte dabei nicht zu eng sein, die Oberseite der Stiefel freilegen oder zu sperrig sein was das Fahren, Schalten oder Anhalten unangenehm machen kann. Wenn man bereits einige Modelle in einem Geschäft anprobiert, sollte man nicht nur ein paar Schritte damit machen, sondern sich auch ausreichend strecken. Frage dabei im Geschäft nach ob es ein Motorrad zum Probesitzen in der Nähe gibt (viele Geschäfte haben es) um zu überprüfen wie sich die Schutzbekleidung später anfühlt.

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Motorradreifen – Ein kleines FAQ

Motorradreifen - Häufige Fragen

Wie finde ich den besten Reifen für mein Motorrad?

Am geeignetsten ist stets jener Reifen der von deinem Motorradhersteller für dein Bike empfohlen wird, das bedeutet, dass du stets die Abmessungen und Spezifikationen (Geschwindigkeits- und Lastindex) einhalten solltest. Montiere keinen Reifen der nicht zu deinem Fahrverhalten passt. Beispielsweise ist ein Rennreifen wenig für das Gelände geeignet um umgekehrt. Mit dem richtigen Reifen bist du stets optimal im Bereich Sicherheit und Performance unterwegs. Beachte also auch Langlebigkeit, Wettertauglichkeit, Profilart und ob und wieviel zusätzliches Gewicht du auf dein Bike packst.

Soll ich einen Radial- oder Diagonalreifen kaufen?

Grundsätzlich sind Diagonalreifen in ihrem Aufbau mit einer stabileren Flanke etwas einfacher aufgebaut und dadurch besser für den Einsatz abseits der asphaltierten Straße geeignet als Radialreifen, allerdings besitzen sie auch einen geringeren Geschwindigkeitsindex. Bei Radialreifen wiederum wird die Struktur der Reifen mit einer Radialkarkasse und einer einzigen Gürtellage hergestellt, wobei der Gürtel in Rollrichtung mit einem Winkel von 0 bis 25° um den Umfang der Karkasse gewickelt wird. Dadurch wirken geringere Zentripetalkräfte (in Richtung Radmittelpunkt) was wiederum eine höhere Maximalgeschwindigkeit bedeutet. Es gilt wie immer: Beachte den geplanten Einsatzzweck!

Wie fahre ich neue Reifen ein?

Dir ist vielleicht aufgefallen, dass sich zahlreiche neue Reifen anfangs ein wenig rutschiger verhalten. Dieses Verhalten hat seinen Ursprung im Aushärten während des letzten Herstellungsschrittes, dem sog. Vulkanisierungsprozess. Wenn der fertige Reifen aus der sehr heißen Form herausgelöst wird geschieht dies mithilfe einer geringen Menge an Trennmittel welche das Trennverfahren erleichtert. Dabei verbleibt eine geringe Menge am Reifen welche sich erst nach ein paar gefahrenen Kilometern ablöst. Wenn du deine neuen Reifen also zum ersten Mal bewegst, solltest du besonders darauf achten. Also fahre mit erhöhter Aufmerksamkeit!

Was kann ich tun, wenn ich einen Platten habe?

Ein Platten bedeutet stets Ärger, umso mehr, wenn du dich auf einer langen Tour befindest. Glücklicherweise gibt es in diesem Fall ein paar nützliche Werkzeuge und Mittel um bald wieder unterwegs zu sein. Für Reifen welche mit einem Schlauch betrieben werden müssen, gibt es fix fertige Reparaturkits für den Einsatz vor Ort. Im Falle von schlauchlosen Reifen hast du die Wahl zwischen Lösungen mit einem Stopfen, einem Kabel/Schnur und Sprühlösungen aus der Dose. Letztere Möglichkeit erscheint praktisch, erweist sich jedoch meist als wenig effektiv. Zudem führt dies im Reifeninneren zu einer ziemlichen Sauerrei. Diese Variante solltest du, wenn dir die Freundschaft zu deinem Mechaniker etwas wert sein sollte lieber sein lassen. Grundsätzlich gilt: Fahre mit einem reparierten Reifen stets nur solange du wirklich musst. Ein Reparaturkit einzupacken ist nie eine schlechte Idee!

Ist es überhaupt sicher ein Motorradreifen zu reparieren?

Ja, für eine gewisse Betriebszeit schon. Manchmal ist es deine einzige Wahl während einer Tour. Falls du dich fragst ob du einen Reifen auch mehrmals reparieren kannst, gibt es diesbezüglich eine Empfehlung von British Standards: Bis zu einem Geschwindigkeitsindex J (100 km/h) kannst du dies 2-mal machen, wohin gehend die Indizes J bis V (max. 240km/h) dies nur 1 mal erlauben. Bei einem Hochgeschwindigkeitsreifen mit dem Index V solltest du dies lieber bleiben lassen. Behalte dabei stets im Hinterkopf, dass nicht jeder Bereich eines Reifens repariert werden kann und beachte stets die Montagehinweise. Bei einer Restprofiltiefe von 0.8mm solltest du dir lieber gleich einen neuen Satz Reifen gönnen.

Welcher Reifendruck ist der Richtige für meine Reifen?

Für diese Information sehe am besten in der Bedienungsanleitung von deinem Motorrad nach. Bleibe dabei stehts innerhalb der vorgegebenen Grenzen, da dein Bike für diesen Betriebsbereich ausgelegt und ausreichend getestet wurde. Ein falscher Reifendruck gefährdet nicht nur deine Sicherheit aber auch die Langlebigkeit deiner Reifen. Ist er zu niedrig kann sich die Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn sogar verringern, weil sich dabei der mittlere Bereich leicht in Richtung Radmitte wölben kann. Dies kann bis zu einer Überhitzung im Reifeninneren führen. Ein zu hoher Reifendruck führt meist zu einem ungleichmäßigen Abrieb und in weiterer Folge einem schlechteren Handling und geringerem Fahrkomfort. Also vergewissere dich immer über die Herstellerempfehlungen (deines Bikes) auch wenn du mehr Gepäck dabeihaben solltest. Hast du das Handbuch einmal nicht dabei kannst du dich stets direkt beim Hersteller im Internet informieren.

Welche Mindesttiefe darf das Reifenprofil aufweisen?

In Europa liegt ist die Mindestprofiltiefe gesetzlich mit 1.6mm um den gesamten Reifenumfang festgesetzt. Aufgrund des den unterschiedlichen Fahrverhaltens kommt es bei Motorrädern im Gegensatz zu PKWs zu einem ungleichmäßigeren Abrieb des Fahrprofils. Dies hat zur Folge, dass das Reifenprofil noch auf 75% der Profilbreite vorhanden sein muss. Es ist wichtig ausreichend Restprofil zur Verfügung zu haben, denn es ist bei Regen maßgeblich dafür verantwortlich Wasser zu verdrängen. Basierend auf deinem Reifentyp ist er ratsam sich bereits bei einer Profiltiefe von 2-3 mm Gedanken über einen baldigen Wechsel zu machen. Eine Profillehre erleichtert dir dabei einen zuverlässigen Check deiner Profiltiefe.

Kann ich unbenutzte Reifen benutzen die bereits ein paar Jahre alt sind?

Jein. Hierbei ist es entscheidend zu wissen, wie die Reifen seit der Herstellung gelagert wurden. Dies kann (gerade bei gebrauchten Reifen) oft schwer zu bestimmen sein. Der Hintergrund warum man hier vorsichtig sein sollte liegt an der Tatsache (oder dem Mechanismus), dass Reifen nach ihrer Herstellung ausgasen. Dieser Prozess geschieht ständig, wenn ein Reifen eine aufgeheizt und abgekühlt wird – eine Temperaturführung wie sie beim Fahren ständig entsteht. Dieser Prozess führt dazu, dass gewisse Chemikalien welche für die Plastizität und Verformbarkeit zuständig sind aus dem Reifen gasförmig austreten. Folglich werden deine Reifen spröder bzw. härter und zeigen weniger Haftung. Achte daher auf eine kühle Lagerung in einem geschlossenen Gebäude und vermeide direktes Sonnenlicht. Ein Worstcase Szenario wäre ein heißes Lagerhaus mit direkter Sonneneinstrahlung. Checke zudem den DOT Code nach dem Herstellungsdatum. Denn: Ein 3 Jahre alter Reifen welcher korrekt gelagert wurde kann besser performen als 1 Jahr alter Reifen mit inkorrekter Lagerung. Achte daher beim Kauf auch immer darauf deine Ware von einem Händler mit einem großen Warenumschlag zu beziehen. Dadurch vermeidest du alte Ware und bekommst immer frisches Zeug.

Kann ich unterschiedliche Reifendimensionen montieren?

Da jeder Reifen eine bestimmte Charakteristik aufweist und ein definiertes Handling ermöglicht (Bspw. Slick für die Rennstrecke, Stollenreifen für Off-Road), solltest du dir immer aufeinander abgestimmte Sets zulegen. Im schlimmsten Fall führt eine ungünstige Kombination zu einem unvorhersehbaren und gefährlichem Fahrverhalten. Wie wir wissen – “guter Rad ist teuer” – vor allem im Vergleich zu PKWs und man hat einen höheren Reifenbedarf (Faustformel: 2 Hinterradreifen auf ein Vorderrad) als Motorradfahrer, aber gerade bei dem Thema sollte Geld keine Rolle spielen.

Wie pflege und lagere ich meine Reifen in der Nebensaison?

Da deine Reifen (oder die Fläche darunter) der einzige Kontakt zwischen dir und der Straße sind, solltest du sie entsprechend behandeln und pflegen. Mache daher in regelmäßigen Abständen eine visuelle Kontrolle (achte dabei auf eine gute Ausleuchtung) auf mögliche Beschädigungen wie Risse, Schnitte und Fremdkörper wie Nägel o.ä. Reifen müssen wirklich viel aushalten, achte daher auch auf kleine Glassplitter welche sich in das Profil bohren können. Da ein Reifen immer spröder werden kann solltest du Risse genauer im Auge behalten. Vergesse dabei nicht, dir den gesamten Reifenumfang anzusehen. Während der Nebensaison garantiert dir eine korrekte Lagerung in einem stabilen Klima lange Freude an deinen Reifen.